Volle Fahrt voraus! Talfahrt mit Adrenalinkick

Volle Fahrt voraus! Talfahrt mit Adrenalinkick

Die Sommerrodelbahn in Innichen beweist, dass es zum Rodeln keinen Schnee braucht

Südtirol bietet gefühlt eine Million Outdooraktivitäten an. Beschränkt wird man in seinem Tun nur durch das Wetter oder durch Jahreszeiten, die gerade vorherrschen. Man kann zwar im Winter zum Schwimmen an den Bergsee fahren, aber das ist dann halt auch nicht so das Wahre. Bis heute dachte ich, dass das auf alle Disziplinen der Sommer- und Wintersportarten zutrifft. Wie man sich täuschen kann!

Ich war in Innichen, um mit der Sommerrodelbahn über den Haunold ins Tal zu rasen – und es war der Hammer!

Im Radio lief gerade „Walking on Sunshine“ von Katrina and the Waves, als ich meinen Kumpel in Bozen abholte, um mit ihm zur Sommerrodelbahn in Innichen zu fahren. Schließlich machen solche Sachen zu zweit meistens mehr Spaß als alleine. Wir fuhren auf der A22 Richtung Brixen, um dort ins Pustertal abzubiegen. Die Fahrt von Bozen nach Innichen dauert ungefähr 90 Minuten. 90 Minuten inmitten einer der schönsten Landschaften der Erde (absolut objektive Meinung) gehen rasch vorbei.

Innichen, das kleine, malerische Dörfchen, nahe der österreichischen Grenze (ideal zum Volltanken!) lädt zu einer ausgiebigen Shoppingtour ein. Verschiedene Käse- und Wursthersteller bieten Köstlichstes an. Aus genau diesem Grund ließen wir unser Auto auf einem der zahlreichen Parkplätze im Dorfzentrum stehen und beschlossen noch die Gegend zu erkunden, bevor wir uns zur Sommerrodelbahn machten.

Erfrischt und gestärkt ging es dann zur Talstation am Fuße des Haunolds. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Sommersessellift kamen wir auf dem Berg an. Eine Fahrt mit dem Skilift kostet für Erwachsene 8 Euro. Für Kinder gibt es eine ordentliche Ermäßigung von 2,40 Euro, also 5,60 Euro.

Weil ein Bergbesuch in Südtirol, ohne einem Mittagessen auf der Alm, kein Bergbesuch in Südtirol ist, ließen wir es uns noch einmal gut gehen und kehrten in die Riese Haunold Hütte ein. Das Essen dort war fantastisch, wenn auch etwas teurer als im Tal, aber die umwerfende Aussicht machte das wieder wett.

Schließlich war es dann so weit. Wir stellten uns in die Schlange für den „Fun Bob“, so der Name der Sommerrodelbahn. Nach Pi-mal-Daumen 5 Minuten waren wir an der Reihe. Mein Kumpel setzte sich in die knallgelbe Rodel. Ich tat es ihm nach. Während wir darauf warteten, dass die Ampel auf Grün schaltete und uns das Weiterfahren erlaubte, schossen wir noch schnell ein Selfie. Man will das Erlebte schließlich mit seinen Freunden teilen.

Mein Kumpel befand sich schon auf dem Weg ins Tal, als die Ampel vor mir auf Grün schaltete und mir somit das Signal zum Losfahren gab. Ich schob den Hebel, mit dem ich das Ding steuerte nach vorne und schon nahm ich Fahrt auf. Die Gleise rieben sich an den Rollen der Rodel und erzeugten ein Krächzen während ich mit einem Affenzahn ins Tal bretterte. Irgendwann stand da auch irgendwo eine Kamera, die ein Foto von mir machen sollte. War mir egal. Die Fahrt verlangt meine vollste Aufmerksamkeit.

Mir wurde vor der Fahrt erklärt, wie das Bremsen funktioniert (Hebel nach hinten schieben). Aber ehrlich, wer braucht so was schon.

Nach einer spitzen Fahrt kam ich unten im Tal an. Ein wenig benommen, stieg ich aus dem Fun-Bob und fragte um mein Foto, das von der Kamera auf der Bahn geschossen wurde. Herausgekommen ist dabei dieses fantastische Bild, auf dem ich irgendwie zwanzig Jahre älter aussehe.

Ich
Die Fahrt mit der Sommerrodelbahn kostete 8 Euro. Acht wirklich gut angelegte Euro. Macht Laune, kann man deshalb machen.

Einen Einblick in meine wagemutige und beherzte Fahrt möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten.

Thomas liebt es interessante Menschen zu porträtieren, Südtirols unbekannte Geschichten zu erzählen und Omas Apfelstrudel zu verspachteln, nachdem er wieder einmal eine längere Zeit für sein Studium in Wien war.

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