Beeren-Begehren

Beeren-Begehren

Südtirols unbestrittene Erdbeer-Hochburg Martell

Wenn international vom Obstanbau in Südtirol die Rede ist, hört man meist nur Äpfel, Äpfel, Äpfel. Aus deren Schatten treten aber vermehrt andere Früchte hervor – eine davon ist die Erdbeere. Vom „Erdbeertal“ Martell aus erobert sie verwöhnte Gaumen in aller Welt.

Von Juli bis Ende August, manchmal sogar Anfang September, sind im Martelltal die Beeren los.  Dann nämlich läuft die Erntesaison auf Hochtouren und das Vinschger Seitental inmitten des Nationalparks Stilfserjoch färbt sich rötlich ein. Mit seinen über 50 Hektar großen Anbauflächen in einer Höhenlage von 900 bis 1800 Metern ist das Martelltal das bedeutendste Anbaugebiet für Berg-Erdbeeren in Europa. Und wer mit den Einheimischen spricht, spürt sofort: Die Erdbeere ist weit mehr als Frucht und Wirtschaftsfaktor. Die Erdbeere ist Teil des Marteller „Nationalstolzes“. Kein Wunder, wird sie doch seit einem halben Jahrhundert dort angebaut.

Vor allem aber ist die Erdbeere allgegenwärtig, wenn man ins Martelltal fährt. Man kommt an Erdbeerfeldern, Höfen und Verkaufspunkten vorbei, Restaurants und Gasthäuser locken mit schmackhaften Erdbeer-Gerichten. Sogar einen eigenen Erdbeerweg gibt es: Der rund 8 km lange Rundweg führt durch die abwechslungsreiche Natur- und Kulturlandschaft des Marteller Talbodens. Nebenbei erfährt man, was man über den Erdbeeranbau wissen sollte. Die zweistündige Tour ist auch für Ungeübte ohne größere Anstrengung zu bewältigen.

Alljährlicher Höhepunkt der Erdbeer-Saison ist das „Südtiroler Erdbeerfest“ in Martell. Ende Juni stimmt sich das ganze Tal zwei Tage lang auf den anstehenden Erntebeginn ein – Kür der Erdbeerkönigin und Verkostung der weltgrößten Erdbeertorte inklusive. Ein Spektakel, das Jahr für Jahr Tausende Erdbeerfans ins Tal zieht. Und eine eindrucksvolle Demonstration der (Erdbeer-)Macht.

Ich schreibe seit ich denken kann: Artikel, Gedichte (was mir besonders Spaß macht), Romane (die ich bereits zweimal umgeschrieben habe), Briefe (meine Ex-Freunde freuen sich immer noch). Besondere Schwächen? Die Weisheit der Bücher und die Kraft der Pferde, der Geruch von Kaffee am Morgen und der Blick auf die Berge bei Sonnenuntergang.

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