Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

Krippenausstellungen in Südtirol

Die schönste Zeit des Jahres steht wieder vor der Tür. Die ersten Weihnachtsdekorationen erleuchten die Schaufenster und immer wieder hört man Weihnachtslieder im Radio. Doch was wäre Weihnachten in Südtirol ohne die besondere Krippentradition. In allen erdenklichen Formen, Farben und Größen wird das Weihnachtsevangelium bereits seit vielen Jahrzehnten, ja sogar Jahrhunderten dargestellt. In diesem Blogbeitrag entführen wir Sie in die faszinierende Welt der Krippenausstellungen, die nicht nur Tradition und Handwerkskunst, sondern auch eine festliche Atmosphäre versprechen.

Die KrippenWeihnacht in St. Pauls bei Eppan eröffnet am 1. Dezember 2023. Entgegen der Erwartung werden die Krippen nicht in einem Raum präsentiert, sondern im ganzen Dorf verteilt. In einem Schaufenster hier, einem Erker dort oder vor historischen Häusern – also überall dort, wo man nicht damit rechnet, werden 100 Krippen zu sehen sein. Täglich ab 16:00 Uhr werden die Krippen beleuchtet und versprühen so eine wundervolle vorweihnachtliche Stimmung. Die Ausstellung dauert bis zum 8. Jänner 2024 an.

Von Freitag, den 1. Dezember bis Sonntag, den 3. Dezember 2023 öffnet das Raiffeisenhaus Lana seine Türen für die Krippenausstellung. Die Teilnehmenden eines Krippenbaukurses präsentieren hier ihre selbstgebauten Werke. Nach der Segnung der Weihnachtskrippen, können Besucher:innen das ganze Wochenende über die Ausstellung bewundern.

Wer sagt jedoch, dass man Krippen nur zu Weihnachten anschauen kann? Die Tradition in Südtirol reicht weit über die Adventszeit hinaus.

In der Hofburg Brixen reicht die Tradition der Krippenbaukunst bis in das frühe 19. Jahrhundert zurück. Damals gab Fürstbischof Karl Franz Graf Lodron eine Jahreskrippe in Auftrag, die von dem Tiroler Bildhauer Franz Xaver Nißl gebaut wurde und mehrere Szenen aus dem Neuen Testament darstellt. Sie ist heute das Herzstück der Ausstellung. Doch nicht nur das: Von klassischen Holzkrippen über Elfenbeinkrippen bis hin zu einer Tonkrippe, wird das gesamte Heilsgeschehen dargestellt. Wer kann die Jahreskrippe der Brüder Probst aus Sterzing mit 5.000 Figuren und über 50 Szenen entdecken?

Eine ähnlich lange Tradition steckt hinter der Krippenausstellung Anton Stabinger. Ebendieser ging im Jahre 1906 auf eine Pilgerreise und fertigte detaillierte Skizzen der Heiligen Stätten an. Nach seiner Heimkehr baute er vier klassisch orientalische Panoramakrippen originalgetreu nach. Sie sind zwischen vier und fünf Meter lang. Viele Jahre später restaurierte sein gleichnamiger Enkel die detailreichen Ausstellungsstücke und trug weitere historische Exponate aus der Region zusammen, die heute in der Krippensammlung Stabinger in Sexten präsentiert werden. Bei einer Führung durch die Ausstellung können Besucher:innen die Kunstwerke bewundern.

Am Tor zum Grödnertal werden im Krippenmuseum Heide das ganze Jahr über 40 Meisterwerke der bedeutendsten Krippenbauer Österreichs und Italiens präsentiert. Auch im Krippenmuseum Maranatha werden Exponate aus verschiedenen Ländern ausgestellt. Bei einem Besuch können die edlen Krippen bewundert und sogar einem Bildhauer aus Südtirol bei seiner Arbeit über den Rücken geschaut werden.

Eine besondere Krippenausstellung befindet sich im Benedikter-Kloster Muri-Gries in Bozen. Auf drei Etagen wird eine große Sammlung von Krippen aus drei Jahrhunderten gezeigt. Von Barockkrippen aus dem 18. Jahrhundert bis hin zu modernen Südtiroler Krippen wird die Weihnachtsgeschichte auf viele verschiedene Arten dargestellt. Auch Fasten- und Jahreskrippen gibt es zu entdecken. Zur Adventszeit gibt es Sonderöffnungszeiten und Führungen.

Sie haben nun Lust bekommen, mehr zu erfahren? Dann tauchen Sie ein in die Welt der Südtiroler Krippentradition und genießen Sie so die Vorweihnachtszeit auf eine ganz besondere Art.

Copyright Bilder: Fam. Stabinger, Museum Maranatha Luttach, Kostner Matthäus, Original Heide