Begeisterung, die überspringt

Ein Tag mit Skilehrerin Laura, die ihre Leidenschaft für die Piste und ihr Können mit großer Passion weitergibt.

Als Südtirolerin gehören Skifahren und Snowboarden zu meinen liebsten Freizeitbeschäftigungen. Dass ich diese herrlichen Wintersportarten heute auf einer hohen Könnerstufe genießen kann, verdanke ich zahlreichen Skilehrern und Skilehrerinnen wie Laura Tröbinger, die mir in meiner Jugend Kurzschwingen, Carven oder Tiefschneefahren mit viel Geduld beigebracht haben.

Laura Tröbinger ist jung, voll berufstätig und hat eine große Leidenschaft – das Skifahren. Schon bevor die Wintermonate sich ankündigen und die Temperaturen langsam zurück gehen, steht sie auf ihren Skiern. Ab September trainiert sie auf den hochgelegenen Pisten des Schnalstaler Gletschers oder in Sulden mit Blick auf den Ortler und sucht nach dem perfekten Schwung. Eine Leidenschaft, die sie als jugendliche Rennläuferin lange begleitet hat. Laura, die aus einer skibegeisterten Familie stammt, entschied sich nach vielen Rennen in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten, und den Beruf der Skilehrerin zu erlernen. „Vor einigen Jahren reifte der Gedanke in mir, dass ich meine Zeit nicht mehr fürs Rennfahren verwenden wollte, sondern anderen Skibegeisterten beizubringen, wie sie mit der richtigen Technik und Spaß sicher die Piste runterfahren können“, so Laura. Mit viel Hingabe steht sie nun in den Wintermonaten oft von früh bis spät im Skigebiet Schwemmalm im Ultental auf ihren Skiern und genießt es, die Fortschritte ihrer großen und kleinen Schüler:innen zu beobachten.

Expert:innen auf Skiern

Der Weg zum staatlich geprüften Skilehrer oder Skilehrerin ist durchaus lang und erfordert neben den skifahrerischen Qualitäten eine Vielzahl an Fähigkeiten wie Teamfähigkeit und kommunikative Kompetenzen. Alle Anwärter:innen müssen in den drei Ausbildungsjahren verschiedenste theoretische und praktische Prüfungen durchlaufen. „Diese reichen von Technik über Methodik, Alpinwesen und Sportwissenschaften bis hin zu Allgemeinbildung wie Geschichte und Sprachen. Das Sammeln praktischer Erfahrung macht besonders viel Spaß“, erzählt Laura. Nach dem Ende der Ausbildung bietet die Landesberufskammer der Skilehrer laufend jährliche Fortbildungen für die ca. 1.800 Skilehrer:innen in den rund 60 Skischulen Südtirols.

Auf der Piste von früh bis spät

Laura, die hauptberuflich als Lehrerin für Technisches Zeichnen arbeitet, teilt ihre Begeisterung zum Unterrichten mit 20 anderen Expert:innen der Skischule Ultental, die Kindern und Erwachsenen in Gruppen- und Einzelstunden den Wintersport beibringen. Im Winter trifft sie meist vor 9:00 Uhr bei der Skischule an der Bergstation Breiteben ein, wo bereits zehn aufgeregte Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren nach einer ersten Einteilung auf den Beginn des Gruppenunterrichts warten. Lauras Tipps für Anfänger:innen: „Mit Selbstvertrauen, Neugier und Spaß auf die Skier aufsteigen. Schneller als man denkt, wagt man sich dann über seine Grenzen hinaus und hinterlässt eigene Spuren im Schnee“. Die bei den Kindern sehr beliebte Skilehrerin weiß genau, wo sie mit ihrer Gruppe hinfährt und welche Pisten sich besonders gut für den jeweiligen Fahrstil der Kinder eignen. Während die Anfänger:innen ihre ersten Schwünge im Kinderpark am Zauberteppich oder beim Parkour üben, entdecken die fortgeschrittenen Kinder die Pisten des Skigebiets Schwemmalm. Herausfordernder als das Skifahren wird das „behüten“ der Kindergruppe während der Pause, bevor es nach einer Stärkung wieder auf die Piste geht. Nach fünf Tagen im Skikurs sind die kleinsten Gäste Laura besonders ans Herz gewachsen und sie freut sich sehr über die Erfolge beim ersten Skirennen mit anschließender Preisverteilung. Zwischen den Kinderskikursen und den Einzelstunden für Erwachsene füllt sich Lauras Skilehrerinnen Alltag und sie steht schnell mal bis zur letzten Bergfahrt der Lifte auf den Skiern. „Auch wenn es anstrengend ist, ist es sehr erfüllend. Wenn am Ende der Kursstunde die Kinderaugen leuchten, die kleinen und großen Kursteilnehmer:innen Fortschritte gemacht haben und alle happy sind, dann bin ich es auch“, freut sich Laura. Lachend nimmt sie zum Abschied ihre Skier, um die letzte Abfahrt des Tages in ihrem eigenen Tempo zu genießen.

Copyright: Skischule Ultental