Die bekanntesten Faschingsumzüge in Südtirol

Faschingszauber in Südtirol

EGETMANN-UMZUG IN TRAMIN

Jedes Jahr am Faschingsdienstag wird in Tramin der Egetmann-Umzug gefeiert.
Bei dem traditionellen Faschingsumzug wird die Hochzeit des Egetmann Hansls gefeiert, zu welcher die ganzen Stände des Dorfes, welche durch die verschiedenen Wagen und deren Figuren dargestellt werden, eingeladen sind. Der Egetmann-Umzug gehört zu den ältesten und bekanntesten Fastnachtstraditionen in Tirol. Beschreiben lässt sich der Umzug nicht so leicht, denn verstehen werden ihn nur diejenigen, die selbst schon einmal mitten im Geschehen mit dabei gewesen sind.
Traditionell findet der große Egetmann-Umzug alle zwei Jahre und somit in ungeraden Jahren statt. Seit mehr als 25 Jahren wollen in Tramin auch die Kinder ihren Egetmann haben. Sie verkleiden sich in den geraden Jahren wie die Großen als Waschweib, Pfannenflicker, Burgltreiber, Müller – oder ganz begehrt, als Schnappvieh. Alles bleibt gleich: die Figuren, die Geschichte, das Protokoll. Ein Egetmann-Umzug in Miniatur. Und: Auch die Mädchen dürfen mitmachen.

ZUSSLRENNEN IN PRAD

Das Zusslrennen ist ein einzigartiger Faschingsbrauch, der jedes Jahr am Unsinnigen Donnerstag in Prad am Stilfserjoch im oberen Vinschgau stattfindet. Seit jeher soll damit der Winter mitsamt seinen bösen Geistern vertrieben werden.
Dabei werden die Straßen von Burschen und Männern bevölkert, die von Kopf bis Fuß in Weiß gekleidet und mit bunten Maschen und Blumen geschmückt sind. Um den Bauch tragen die sogenannten „Zussl“ Kuhschellen oder andere Glocken, die zum Teil mehr als 20 kg wiegen. So ziehen die lustigen Gesellen unter lautem Getöse durch die Gassen und wollen mit ihrem Lärm die bösen Geister und die Kälte des Winters vertreiben und das Korn aufwecken, damit es gut gedeiht.

SCHUFFENER FASCHING IN WELSCHENOFEN

Auch in Welschnofen im Eggental steht am Faschingsdienstag ganz klar der Fasching im Vordergrund. Dann tummeln sich auf den Straßen und Plätzen die sogenannten Schuffener, die ihren Namen vom traditionellen Bauernessen aus Milch, der Schuffa, haben, mit ihren fantasievollen Kostümen.
Der Schuffener Faschingsumzug findet in diesem Jahr bereits zum 57. Mal statt. Zu bestaunen gibt es dabei fantasievolle Verkleidungen und außergewöhnliche Wagen, die von verschiedenen Vereinen und Gruppen mit viel Kreativität gebastelt wurden. Begleitet wird das bunte Gewusel von stimmungsvoller Musik. Im Anschluss an den Umzug werden die besten Kostüme prämiert und bis spät in die Nacht gefeiert.

TERLANER UNSINNIGER „PANSELE PANSELE“

„Pansele Pansele“ wird am Unsinnigen Donnerstag in Terlan gerufen, wenn einer der größten Faschingsumzüge des Landes stattfindet.
Tausende Besucher zieht es jedes Jahr am Unsinnigen Donnerstag nach Terlan, wenn der Umzug mit seinen rund 20 bunt geschmückten, kreativen und einfallsreichen Festwägen durch das Zentrum des Dorfes zieht.
Nach dem lauten und bunten Treiben, das das Weindorf in der Faschingszeit weitum berühmt macht, folgt die „Pansele Pansele Feier“ mit Musik und Essen im Raiffeisenhaus.
Am Faschingsdienstag endet die närrische Zeit in Terlan mit der Schlüsselübergabe des Ratshauses und somit symbolisch des Dorfes, an die zuständigen Ratsherren.

PERKEO IN SALURN

Immer dann, wenn der Kalender ein gerades Jahr schreibt, wird am Faschingssamstag das idyllische Salurn im Südtiroler Unterland ganz laut: Der Perkeo-Umzug zieht durch die Straßen im südlichsten Dorf Südtirols.
Die Herrschaft über das Dorf haben dann nicht mehr der Bürgermeister und die Dorfbewohner, sondern der Knopfmacher Perkeo und sein Gefolge aus Comtesschen, Leibärzten, Zofen und vielen mehr, denn jedes Jahr übergibt der Bürgermeister dem lustigen Gesellen 3 Tage lang ganz traditionell die Schlüssel des Rathauses und somit die Herrschaft über das Dorf. Ein Ritual, das die Salurner Fastnacht zu ihrem Höhepunkt treibt, bevor am Faschingsdienstag die Schlüssel wieder zurückgeben werden.

Copyright Bilder: Udo Giacomuzzi, Live-Style, IDM Südtirol-Alto Adige/Frieder Blickle, Egetmann Antie/Dietmar