Wenn die Zeit stehen bleibt...

Ein Besuch bei Veronika Egger im Ultental

Südlich von Meran, inmitten der Ortler Alpen und umrandet von der imposanten Gipfelwelt des Nationalparks Stilfser Joch, verbirgt sich einer der malerischsten Plätze Südtirols: das Ultental. Holz spielt in dieser Region eine besondere Rolle: Aufgrund seines günstigen Waldklimas hat das Tal eine lange Tradition in der Forstwirtschaft. Es ist wohl kein Zufall, dass hier drei der ältesten Nadelbäume in Europa stehen: Die “Ultner Urlärchen” sind über dreißig Meter hoch und mindestens 850 Jahre alt.
  Lange Zeit war das Ultental sehr schwer zugänglich und viele Monate des Jahres weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Dieser Umstand hat Natur und Mensch gleichermaßen geprägt. “Bodenständig und tief verwurzelt mit ihrer Heimat”, beschreibt Veronika Egger die Menschen, die hier leben. Etwas mehr als viertausend sind es insgesamt, Veronika Egger ist eine von ihnen. Mit ihrem Mann Patrick Laimer und den drei Kindern lebt sie in Sankt Pankraz, dem “ersten” der fünf Ultentalorte.
 

 
Gemeinsam gründeten die beiden vor zehn Jahren LAiMER Woodwatch, eine Manufaktur für hochwertige Holzuhren aus nachhaltiger und ressourcenschonender Fertigung. Aufgrund ihres geringen Gewichts zeichnen sich die Uhren durch hohen Tragekomfort aus. Und sie bestechen durch zeitloses und formschönes Design.  
Das Thema Nachhaltigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch das Unternehmen und wird konsequent umgesetzt: Jede Uhr ist zu 100 % aus Naturholz gefertigt. Das Ausgangsmaterial stammt großteils aus Holzresten aus der Möbelindustrie und ist FSC-zertifiziert. Dieses weltweite Gütesiegel für Produkte aus nachhaltiger Holzbewirtschaftung wird unter anderem vom WWF empfohlen. LAiMER beschäftigt insgesamt zehn Mitarbeiter:innen, die alle in der Region leben. Auch das trägt dazu bei, den ökologischen Fußabdruck des Unternehmens möglichst gering zu halten.“Bei uns stehen Individualität, Flexibilität und Verständnis an erster Stelle. Dadurch ist es uns gelungen, ein starkes Team aufzubauen und zu halten”, sagt Veronika Egger.
 
Wie spannend Nachhaltigkeit sein kann, stellt LAiMER Woodwatch regelmäßig mit besonderen Editionen unter Beweis, etwa mit einer Serie gefertigt aus Weinfässern der Kellerei Kaltern. Zum diesjährigen Sommerstart präsentiert das Unternehmen eine weitere Innovation: Eine Solar-Kollektion, bei der das Uhrwerk mit Sonnenenergie läuft. Wie viele Südtirolerinnen und Südtiroler fühlt sich Veronika Egger ihrer Heimat sehr verbunden. Besonders schätzt sie die Zufriedenheit und Bodenständigkeit der Menschen sowie die landschaftliche Schönheit und Vielfalt. “Manchmal hat man den Eindruck, dass hier, im positiven Sinn, die Zeit stehengeblieben ist.” Das wäre wohl nicht besonders gut für ihr Geschäft. Aber selbst wenn die Zeit wirklich einmal stehen bliebe, wäre die LAiMER Woodwatch vermutlich einfach ein sehr natürlicher, nachhaltiger und hübscher Armschmuck.  
 
 
 

Fünf Fragen an Veronika Egger

Was macht eure Uhren so besonders?

Es ist für uns sehr spannend, den Rohstoff Holz immer wieder neu zu kombinieren, beispielsweise mit Marmor oder Perlmutt. Swarovski Crystals haben wir auch schon verbaut. In jeder Uhr soll unsere Verbundenheit zur Natur und der respektvolle und schonende Umgang mit ihren Ressourcen zum Ausdruck kommen.
 

Worauf bist du besonders stolz?

2018 hat eine unserer Uhren, entworfen vom jungen Designer Matthias Gruber aus Lana, den begehrten German Design Award gewonnen. Eine Sternstunde!  

Wo tankst du Energie für so viel Innovationsgeist und Tatendrang?

Wir sind gerne mit unserer Familie in der Natur oder sitzen mit Freunden gemütlich zusammen. Und natürlich treiben wir viel Sport. Die Mischung macht’s!  

Was verbindest du mit Südtirol?

In Südtirol sind unsere Wurzeln und unsere Flügel. Hier finden wir alles, was wir zum Glücklichsein brauchen.  

Gibt es einen Lieblingsplatz, den du uns verraten möchtest?

Das “Häusl am Stein” in St. Pankraz ist ein echter Ruheort: geschichtsträchtig und inspirierend. 1882 überschwemmte eine Sturmflut unseren Ort. Eines der wenigen Überbleibsel war dieses kleine Haus, dessen Umgebung mitgespült wurde. Die Besitzer sahen erst nach dem Unglück, dass es auf einem riesigen Felsblock stand. So wie dieses Häuschen der Sturmflut getrotzt hat, möchte ich als Unternehmerin sein: mit Mutter Natur verbunden und durch nichts aus der Bahn zu werfen.  

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Am schönsten ist die Welt von oben! Ob zu Fuß oder mit den Tourenski, am liebsten ist Johannes in den Bergen unterwegs. Was ihn an Südtirol fasziniert? Die wunderschönen Gipfelmassive der Dolomiten, die Verbindung aus alpinem und mediterranem Flair und die vielen kulturellen und kulinarischen Schätze, die das Land zu bieten hat. Besonders gerne hört er den Menschen zu, die hier leben oder von hier stammen: ihre Geschichten, was sie bewegt und wofür sie brennen.

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