Die Vorfreude ist groß!

Die Vorfreude ist groß!

Dominik Windisch über die IBU Biathlon-WM Antholz 2020

1. Im Februar ist es soweit, in Antholz findet die Biathlon Weltmeisterschaft statt. Wie schaut es mit der Vorfreude aus? Aufgeregt?

Oh ja, die Vorfreude ist groß! Aufgeregt, naja… Februar 2020 kommt mir jetzt noch etwas entfernt vor, bis dahin muss ich nämlich noch einige Trainingsziele erreichen. Aber sicherlich werde ich mega aufgeregt sein, wenn’s dann soweit ist!

 

2. Was ist für dich persönlich das Besondere, wenn ein solch wichtiger Wettkampf „zu Hause“ stattfindet, vor Familie und Freunden? Steigt da die Nervosität? Hat man einen Heimvorteil?

Was die Aufregung anbelangt, hat man definitiv keinen Heimvorteil: Die eigene Nervosität wird nämlich durch Familie, Freunde und Bekannte gesteigert, die einen tagtäglich mit einem ermutigenden Schulterklopfen an den bevorstehenden Wettkampf erinnern. Sie meinen es ja gut, doch bei mir wächst da jedes Mal die Anspannung. Es ist ein Teufelskreis 🙂
Um all dem ein wenig zu entgehen, versuche ich das Heimrennen wie jedes andere Auslandsrennen anzugehen: z.B. schlafe ich in Antholz nicht bei mir zu Hause, sondern gehe extra ins Hotel, damit ich nicht rund um die Uhr über meinen Wettkampf sprechen muss.
Doch jede Medaille hat natürlich immer zwei Seiten: Die Heimkulisse bietet auch einen mentalen Vorteil bzw. positive Motivation!
Von der Anlage her gibt es eigentlich keinen Heimvorteil: Selbst wenn wir im Sommer oft in Antholz trainieren, fühlt sich die Rollerstrecke im Winter ganz anders an. Auch der Schießstand liegt dann aufgrund des Schnees ca. 1 m höher. Außerdem sind wir den ganzen Winter über im Weltcup unterwegs und trainieren eigentlich nie in Antholz.

Dominik Windisch beim Biathlonrennen - IBU Biathlon WM Antholz 2020

3. Was bedeutet eine solche WM für das ganze Tal?

Schon bei normalen Weltcups in Antholz wird im Ausland vom Antholzer Tal und von ganz Südtirol gesprochen. Da könnt ihr euch vorstellen, was für einen Werbeeffekt eine wichtige Veranstaltung wie die IBU Biathlon WM Antholz 2020 für Südtirol erzielen wird.

 

4. Wie sieht momentan deine Trainingsroutine aus?

Meine Trainingseinheiten variieren stark je nach Saison. Am meisten trainieren wir Biathleten im Sommer (2 Mal am Tag), da bauen wir eine gute Basiskondition auf: Auf dem Tagesplan stehen dann 6 Stunden körperliches Training und 2 Stunden Schießen. Im Spätsommer und im Herbst nimmt die Anzahl der Trainingsstunden ab, dafür steigt die Intensität: In dieser Zeit beschäftigen wir uns hauptsächlich mit Schnelligkeitstraining. Im Winter erwarten uns dann so viele Rennen, dass die Trainingseinheiten dazwischen vorwiegend auf schnelle Regeneration abzielen.
Zur Frage, wie mein Training aussieht: sehr vielseitig! Neben dem Skirollertraining (Langlaufen auf Rollern) – die wichtigste sommerliche Sportart für uns Biathleten -, treibe ich im Sommer zu Hause im Antholzer Tal jede Menge andere Sportarten: Laufen, Radfahren, Bergwandern und immer wieder Krafttraining. Alle 10 Tage fahren wir dann als Mannschaft hauptsächlich in den Alpenraum zu verschiedenen Schießständen, um uns mit den dortigen Begebenheiten vertraut zu machen. Im Herbst wird auf Gletschern trainiert, um wieder etwas Schneegefühl zu bekommen. Im November fahren wir deshalb auch ins schneereiche Norwegen zum Training.

Dominik Windisch auf Skiroller - IBU Biathlon WM Antholz 2020

5. Trainierst du alleine oder mit Freunden?

Manchmal alleine, doch fast immer mit der Mannschaft!

 

6. Was ist dein Lieblingstraining?

Definitiv Bergwandern! Was denn sonst, bei unseren atemberaubenden Gipfeln und Naturlandschaften? Leider habe ich als Athlet oft nicht die Zeit, das Panorama voll auszukosten: Ich laufe meist schnell rauf und dann auch schnell wieder runter.
Die verpassten Gipfelmomente werde ich nach meinem Karriereende nachholen 🙂

 

7. Wie motiviert man sich Tag für Tag, so viel zu trainieren?

Grundsätzlich habe ich meinen Lieblingssport zum Beruf gemacht, daher ist Motivation mit Freude gleichzusetzen. Natürlich würde man bei Schlechtwetter oft lieber zu Hause bleiben, aber dann ist man als „Berufsathlet“ eben Profi, denkt nicht lange drüber nach und macht es einfach!

Dominik Windisch beim Schießen - IBU Biathlon WM Antholz 2020

 8. Hast du vor einem wichtigen Rennen immer ein persönliches Glücksritual?

Ich folge vor jedem Rennen einem fixen Ablauf, der sich im Laufe der Jahre etabliert hat und mir mentale Sicherheit gibt. Als richtiges „Ritual“ würde ich es dennoch nicht bezeichnen: Wenn ich nämlich den Ablauf aus irgendeinem Grund nicht einhalten kann, stürze ich dann deshalb trotzdem nicht in Panik.

 

9. Wie schaut‘s mit deinen Erwartungen/Hoffnungen/Wünschen bei dieser WM aus?

Ich bereite mich jetzt schon drauf vor, möglichst locker mit der Aufregung umzugehen, die definitiv kommen wird. Ich möchte das Rennen in der bestmöglichen Verfassung angehen, mich auf mich selbst konzentrieren und so wenig wie möglich ablenken lassen.
Ich bin mir bewusst, dass man im Biathlon allgemein wenig planen kann und dass vieles von Faktoren (Tagesform, Glück, Materialwahl) abhängt, über die ich keine Kontrolle habe. Mein Ziel ist, das Rennen so zu bestreiten, dass ich mir danach nichts vorwerfen kann und alles abzurufen, wofür ich hart trainiert habe.
Darüber hinaus habe ich einen großen Wunsch, und zwar das ganze Event in vollen Zügen zu genießen und viele schöne Erinnerungen zu sammeln!

Dominik Windisch beim Skifahren - IBU Biathlon WM Antholz 2020

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