Im Grödental nimmt Holz Gestalt an

Im Grödental nimmt Holz Gestalt an

Holzschnitzen im Grödental

Als Lorenz Demetz uns zu sich in die Werkstatt lotste, waren wir angehalten, unterhalb seines Hauses aus dem Kleinbus auszusteigen. Mit etwas Nervenkitzel überquerten wir da einen Streifen Schnee, d.h., ein Stückchen Skipiste! Der Übergang liegt genau in einer Wegkrümmung und bietet keinerlei Übersicht. Nichts passiert. Wir sind alle heil drüben angekommen. Tags zuvor jedoch hätte das Auto seiner Mutter an dieser Stelle eine unschöne Begegnung mit einem Skifahrer gehabt.

Unser Programmpunkt « Holzschnitzkurs » war etwas hochgegriffen, hatten wir doch vom Handwerk nicht die geringste Ahnung. «Was wollt ihr denn schnitzen?» stellte uns Lorenz Demetz stirnrunzelnd die Frage. «Mein Tagesziel ist nur eine kleine Haarlocke.» gab ich keck zur Antwort. Vielleicht, so wie die von Ivo Piazzas Heiligenfigur, vor der ich zuvor in der Galerie UNIKA bewundernd stand und das kunstvoll geschnitzte Haar betrachtete. Schnitzen konnte man das, was wir anschließend taten, bestimmt nicht nennen. Lustig war es alleweil.

Und genauso fröhlich gestaltete sich das anschließende Mittagessen auf der Terrasse am Pistenrand der längsten Skipiste des Grödentals. Im CAFÉ RESTAURANT Val d’Anna. Was haben wir uns amüsiert, als wir erst kurz vor unserer Abreise bemerkt haben, dass für uns in der heimeligen Stube festlich eingedeckt gewesen wäre.

Das Buch mit der Werkschau von UNIKA, welches ich geschenkt bekommen habe, übergab ich Zuhause meinem Vater. Ich beobachtete ihn, wie er mit leuchtenden Augen sämtlichen Werken Beachtung schenkte und da und dort bewundernd die Luft einzog. Ich bin überzeugt, er wird es in seiner Schreinerwerkstatt einigen Kollegen und Bekannten zeigen. Wer auch immer zukünftig bei ihm anklopft und einen Rat bezüglich Holzbildhauerei einholt, wird mit Sicherheit auf die Kunsthandwerker im Grödental verwiesen.

Letizia Lorenzetti – www.reisememo.ch

Ich bin Letizia und reise im Grunde genommen täglich an die schönsten Flecken unserer Erde, denn als freischaffende Grafikerin arbeite ich vornehmlich für einen Schweizer Touroperator und rühme mich, täglich Palmenstrand vor Augen zu haben.

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