In Wolle baden

Warum wir nicht nur im Wasser, Wald oder Heu baden sollten

Baden kann man ja so ziemlich in allem: im Wasser (natürlich) oder in Molke, im Wald (ja, auch das geht - Waldbaden), im Heu und eben auch in Wolle.

So ein Wollbad in echter Schafwolle hat eine wahrlich entspannende und sogar heilende Wirkung. Bereits vor hunderten Jahren wusste man um die Kraft der Wolle und noch vor 50 Jahren nutzte man das Naturprodukt bei Verhebungen, blauen Flecken, Fieber oder Erkältungen. Bei Lungenentzündungen wurde Wolle auf die Brust aufgelegt, bei Rheuma oder Arthritis auf die Gelenke. Selbst bei Schlaflosigkeit soll Wolle Wunder wirken. Das Bad in Schafwolle ist also nichts neues, trotzdem ist es mit der Zeit in Vergessenheit geraden. Erst in den vergangenen Jahren blüht diese Art zu baden wieder regelrecht auf. Zurecht. Wolle ist gut für Haut, Knochen, Muskeln und für den Zellaufbau. Zudem ist das in der Wolle enthaltene Wollfett Lanolin gut verträglich selbst wenn man sehr empfindliche Haut hat.

Wolle - Wollbad

Hierzulande bieten einige Hotels und Bauernhöfe diese wohltuende Wellnessbehandlung an. Wie beispielsweise das Hotel Arosea, das Bio-Vital Hotel Theiner 's Garten und das Hotel Waltershof im Ultental. Auch im Spa & Vital Center der Therme Meran wird das wertvolle Naturprodukt im Wollbad in schlichten hölzernen Bottichen eingesetzt.

Eine der ersten, die hierzulande Wollbäder anbot, war Margit Rottensteiner. Bereits seit 15 Jahren kann man am Weidacherhof am Ritten in Schafwolle baden. Dabei hat die Bäuerin ihre ganz eigene Methode: Sie wickelt einem von Fuß bis Hals in ein Vlies feinster Wolle. Es wird entweder rechtsrum gewickelt oder linksrum, je nachdem ob das Bad anregend oder beruhigend wirken soll. Danach steigt man in eine mit Schurwolle ausgekleidete Zirmwanne und wird mit einer Wolldecke zugedeckt. Dann heißt es zurücklehnen und reinkuscheln. Für eine Dreiviertelstunde entspannen und neue Energie tanken.

In Wolle einwickeln - Wollbad

Der Duft von Natur steigt einem in die Nase und schon bald merkt man die Wärme, die ganz natürlich tief in alle Hautschichten dringt. So tief, dass sie Muskelverspannungen löst und die Durchblutung steigert. Schon nach zehn Minuten steigt die Körpertemperatur auf ein sogenanntes Heilfieber an, auf rund 38,5 Grad. Dabei wärmt die Wolle nicht nur, sondern ist auch luft- und feuchtigkeitsdurchlässig. Bis zu 40 % Feuchtigkeit kann sie aufnehmen und wieder an die Luft weitergeben. Beim Wollbad schwitzt man Schlackenstoffe aus und Entzündungen werden herausgezogen. Währenddessen hat man aber nie das Gefühl, dass einem zu warm wird, man spürt lediglich eine ausgeglichene Wärme.

Wellnessoase - Wollbad

„Das Wollbad bringt auch Ordnung ins Leben, es kann Energieblockaden im Körper lösen“, sagt Margit. „Ich bekomme ganz oft Rückmeldungen, dass meine Kunden im Anschluss klarere Gedanken fassen. Die Wolle harmonisiert das Wohlbefinden im Körper.“ Erstaunlich, so ein Wollbad. Und das Beste ist: Jeder kann in Wolle baden. Selbst Kinder und selbst mit Fieber oder mit Vorerkrankungen ist das Wollbad einfach nur gesund.

Besonders schön ist diese Alpine Wellness natürlich im Winter nach dem Skifahren oder im Herbst nach dem Wandern. Aber auch im Sommer nach einer Bergtour auf Südtirols Gipfel sorgt das Bad im weichen Wollvlies für eine angenehme Muskelentspannung, denn wie schon gesagt: der Körper erhitzt dabei nicht, es wird einem einfach wohlig warm. Um den Körper und ums Herz.

Foto: © Florian Berger, Therme Meran/Tappeiner;
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Petra liest und schreibt im Ultental. Sie liebt die Natur und gutes Essen ebenso wie ihre Arbeit und das Leben auf ihrem Bauernhof. Und obwohl sie gerne andere Länder bereist, kehrt sie immer wieder gerne zurück, denn sie kann sich keinen schöneren Ort zum Leben vorstellen.

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