Kitesurfen – junger Sport mit großer Beliebtheit

Kitesurfen – junger Sport mit großer Beliebtheit

Mit Windkraft übers Wasser zu düsen, ist im Westen Südtirols möglich. Kitesurfen am Reschensee ist mehr als nur ein Trend.

Unweit der österreichischen Grenze, am Reschensee, schweben bunte Segel in der Luft. Gefüllt mit dem kühlen Wind des obersten Vinschgaus ziehen sie kleine Männchen übers Wasser, die sich am unteren Ende der Segel-Schnur festhalten. Hinter ihnen spritzt das kühle Nass in einer großen, weißen Welle aus dem See und über ihren Köpfen gibt der bunte Drachen einen sommerlichen Kontrast mit dem Blau des Himmels. Immer wieder heben die Männchen mit der Kraft der Segel vom Wasser ab und führen hoch oben in der Luft verrückte Kunststücke mit dem Brett, das an ihren Füßen hängt, auf.

kitereschensee

Die Kitesurfer, die sich am Reschensee treffen, wissen, warum sie sich von ihrem Lenkdrachen, dem sogenannten Kite, genau hier übers Wasser ziehen lassen. Mit bis zu 130 km/h rasen die Sportler über den sechs Kilometer langen Stausee und das an ungefähr jedem Tag im Jahr. Mit 300 Sonnentagen kann kein anderer Kite-Spot so schnell mithalten. Der Reschensee in der Gemeinde Graun bietet damit perfekte Voraussetzungen für den Outdoor-Sport. In einer Lücke des Alpenhauptkammes liegend, wirken die Formen der Natur hier wie eine überdimensionale Düse und lassen das ganze Jahr über eine relativ hohe Windstärke über den See blasen. Profis sprechen von optimalen Windverhältnissen. Und das nicht nur im Sommer. Wenn die Sommersaison im September endet, warten die Kitesurfer bereits auf die ersten kalten Tage. Sobald die Oberfläche des Sees gefriert und die ersten Schneeflocken den Winter ankündigen, tauschen sie ihr Brett nämlich mit einem Snowboard aus und flitzen gekonnt über riesige Halfpipes. Bedingungen, die seit 2008 auch die Internationalen Deutschen Snowkitemeisterschaften auf den gefrorenen Reschensee bringen.

Ein Dorf im See

Neben den bunten Segeln erkennt man das ganze Jahr über auch den aus dem Wasser ragenden Kirchturm bereits von weiter Ferne. Der alte Glockenturm der ehemaligen Pfarrkirche St. Katharina ist das Markenzeichen des Reschensees. Vor hundert Jahren stellte er das Zentrum eines Dorfes namens Graun dar. Damals gab es hier noch drei Seen: den Reschensee, den Mittersee und den Haidersee. Als die faschistische Regierung sich am Anfang des 20. Jahrhunderts jedoch dazu entschloss, Studien zur Nutzung der Wasserkraft im oberen Vinschgau durchzuführen, enteigneten sie die Bewohner des Dorfes und stauten den Reschensee. 163 gesprengte Wohnhäuser und 70 % ausgewanderte Bevölkerung ergaben einen Stausee von 677 Hektar Fläche. Wer auf diesen Wassermassen des Reschensees also seinen Schirm in den Wind schickt, gleitet mit seinem Brett über die Geschichte des letzten Jahrhunderts.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann zum Kiten lernen an den Reschensee kommen und mit privaten Lehrern in Gruppen von zwei bis vier Leuten den außergewöhnlichen Sport lernen. Ultimativer Adrenalinkick garantiert!

Lisa ist die Quasselstrippe, die nur ein leeres Blatt Papier zum Schweigen bringt. Alles andere als bewegungsfaul liebt sie den Mix aus belebten Metropolen und einsamer Wildnis. Wird es ihr doch einmal zu bunt, sucht sie nirgendwo lieber die Ruhe als in den heimischen Bergen. Ohne ihr Notizheft steigt sie aber auf keinen Gipfel, denn die besten Ideen sprießen auf über 2.000 m.

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