Meran, Stadt im Herzen von Sissi

Wo einst die Kaiserin flanierte

Das internationale Renommee, das die Kurstadt Meran genießt, verdankt sie ganz wesentlich der Kaiserin Sissi. Es war am 16. Oktober 1870 als sich die schöne Gemahlin von Kaiser Franz Joseph I. erstmals vom Wiener Hofe löste, um nach Meran zu kommen. Genauer gesagt ins Schloss Trauttmansdorff, dem Ort, in dem sich heute einer der meistbesuchten botanischen Gärten Europas befindet. Sissi lernte rasch die Vorzüge der Passerstadt zu schätzen, etwa das milde Klima, das der Gesundheit ihrer Tochter Marie Valerie besonders zugutekam. Meran wurde, Sissi sei Dank, zu einem der begehrtesten Urlaubsziele innerhalb des Kaiserreichs Österreich-Ungarn. Zeitungen der damaligen Zeit berichteten darüber, dass es sich im Becken zwischen den Alpen, wo die mediterrane Vegetation auf die alpine trifft, besonders gut leben lässt. Luxuriöse Hotels und Pensionen entstanden, die im Vergleich zu anderen italienischen und europäischen Destinationen maximalen Komfort zu wettbewerbsfähigen Preisen boten. So entwickelte sich Meran nach und nach zum Nobelkurort für gesellschaftliche Eliten.

SISSI: 150 JAHRE DANACH

Nach ihrem ersten Besuch kehrte Sissi noch drei weitere Male in die Passerstadt zurück. So wohl fühlte sie sich, so viele schöne Erinnerungen zogen sie wie magisch immer wieder aufs Neue hierher. Die Faszination, die Meran auf sie ausübte, teilen auch heute noch zahlreiche Gäste, die die Kurstadt erleben, sich auf den ersten Blick in sie verlieben und an verschiedenen Jahreszeiten dorthin zurückkehren wollen. Frei nach Sissi, die einmal sagte: “Es ist schön, zurück zu kommen, um sich an die glücklichsten Momente in der Stadt zu erinnern.”

DIE VIER JAHRESZEITEN MERANS

Sissi prägte die Vergangenheit Merans und ist noch heute allgegenwärtig. So erinnert eine Sissistatue aus Laaser Marmor im nach ihr benannten Park im Herzen von Meran an die Besuche der Kaiserin. In Händen hält Sissi ein Tagebuch, in dem sie ihre Erlebnisse festhielt. So schrieb sie über einen Ausflug mit Freunden auf der Tappeiner-Promenade und einem Bad in der Passer, jenem Fluss, der die Innenstadt in zwei Teile teilt. Doch auch ihre schwierigen Tage am Wiener Hofe dokumentierte sie im geheimen Büchlein. Darum ist es für viele Meran-Urlauber auch heute noch Tradition beim Durchqueren des Sissi-Parks vor der Statue der Kaiserin kurz innezuhalten und sich mit den Händen auf dem Tagebuch fotografieren zu lassen.

18 KILOMETER UNTERWEGS IM GRÜNEN

Die Sissi-Statue ist eine unvergängliche Hommage an eine außergewöhnliche Besucherin einer Stadt, die heute über ein hochmodernes Thermalbad, ein olympisches Schwimmbecken und ein 18 Kilometer langes, ineinandergreifendes Netz von Spazierwegen verfügt. Wege in grüner Vegetation, gesäumt von Palmen und Kakteen und mit einer Artenvielfalt, die einzigartig ist in Europa. Ohne Zweifel einer der berühmtesten Spazierwege ist der Tappeinerweg, ein Geschenk von Dr. Franz Tappeiner. Mit traumhaftem Blick über die Dächer der Kurstadt und auf das Burggrafenamt, führt er vom Meraner Stadtzentrum aus den Küchelberg entlang und am bekannten Pulverturm vorbei.

Ich liebe Kino und Literatur, arbeite für verschiedene Print-Medien und erstelle TV-Berichte für lokale Fernsehsender. In meiner Freizeit reise ich sehr gerne – sowohl mit den Gedanken als auch mit meinem Schlafsack!

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