„Skifahren ist mein Leben“

„Skifahren ist mein Leben“

Manfred Mölgg, ein Botschafter für Südtirols Wintertourismus

Manfred Mölgg aus St. Vigil/Enneberg ist einer der besten Slalom- und Riesenslalomfahrer der Welt. Und es ist nicht bloß sein Gespür für Schnee, das ihn zum idealen Botschafter für Südtirols Wintertourismus macht. Vor einem Jahr eröffnete er gemeinsam mit seiner Familie die „Mölgg Dolomites Residence“. Skisport und Qualitätshotellerie – Manfred Mölgg bringt auf den Punkt, wofür Südtirol bekannt ist. Im Interview mit „Booking Südtirol“ spricht er über seine erste große Liebe, den Skisport, die Weltcup-Rennen in Südtirol und seine zweite Karriere als Miteigentümer der Urlaubsresidence in seiner Heimatgemeinde.

Manfred Mölgg bringt auf den Punkt, wofür Südtirol bekannt ist: Skisport.
Manfred Mölgg bringt auf den Punkt, wofür Südtirol bekannt ist: Skisport und Qualitätstourismus.

Herr Moelgg, Sie gehören seit ihrem Debüt im Jahr 2004 zu den besten Technikern im Weltcup. Wie schaffen Sie es, sich jedes Jahr aufs Neue zu motivieren?

Der Skisport ist mein Leben. Sich dafür aufzuopfern und in jedem Training das Maximum zu geben, gehört für mich dazu. Zudem macht es mir einfach Spaß, weshalb ich auch privat gerne Skifahren gehe – am liebsten natürlich in Südtirol.

Hat sich Ihre Einstellung verändert im Laufe der Jahre?

Ja, das mit Sicherheit. Jetzt analysiere ich jedes Rennen und überlege mir, was ich wodurch verbessern könnte. Früher war ich auf der Piste wilder und unbedachter, aber natürlich auch unbekümmerter und lockerer.  Das hat alles Vor- und Nachteile.

Wie wurde aus dem Skifahrer Mölgg der Siegfahrer Mölgg?

Das Wichtigste im Profi-Sport ist harte Arbeit. Nur wer immer an seine Grenzen geht, oder teilweise sogar darüber hinaus, kann sich behaupten. Talent und das nötige Glück machen auch noch ein paar Prozent des Erfolges aus. Nur wer all diese Voraussetzungen mitbringt und im Kopf stark ist, kann sich durchsetzen.

Apropos mentale Stärke: Wie fühlt es sich an, wenn Sie bei den Heimrennen in Alta Badia am Start stehen, wie halten Sie dem hohen Erwartungsdruck der Fans stand?

Es ist für mich das Größte, wenn ich weiß, dass unten im Zielraum Freunde und Familie auf mich warten. Das motiviert ungemein. Außerdem liebe ich den Druck und die Herausforderung – ich brauche das (lacht). Leider konnte ich die Rennen noch nie gewinnen, sondern fuhr einige Male knapp am Podest vorbei. Aber wer weiß, vielleicht gelingt es mir ja in diesem Jahr.

Der Rennkalender eines Skiprofis lässt in den Wintermonaten wenig Luft für anderes: Wie erholen Sie sich von diesen Strapazen?

Am besten gelingt mir das zuhause. Da kann ich Ruhe und Kraft tanken. Sehr lange halte ich es ohne Skier aber nicht aus, dann muss ich wieder auf die Piste.

Wo zieht es Sie in Südtirol zum Skifahren hin?

Die Dolomiten und die Kronplatzregion sind ein Traum. Aus meiner Sicht gibt es dort einige der schönsten Skipisten der Welt – die Kulisse ist einfach atemberaubend.

Was macht Südtirols Skiregionen aus – im Vergleich zu anderen, von denen Sie im Laufe Ihrer Skikarriere schon genügend gesehen haben?

Südtirols Skigebiete bemühen sich sehr, immer etwas Neues und Interessantes zu bieten. Innovation beobachte ich dabei auf mehreren Ebenen: Bei der Präparierung der Pisten, bei den Aufstiegsanlagen, den Skischulen und nicht zuletzt in der Gastronomie und Hotellerie.

Stichwort Hotellerie: Neben der Karriere als Skiprofi spielt das Gastgewerbe eine wichtige Rolle in Ihrem Leben – die 4-Sterne-Residence Mölgg Dolomites in St. Vigil/Enneberg führen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie. Was ist dem Gastwirt Manfred Mölgg besonders wichtig?

Meine Eltern, Cousinen und nicht zuletzt meine Schwester Manuela arbeiten eng zusammen. Ich helfe mit, wann immer es die Zeit zulässt. Als Familienbetrieb legen wir besonderen Wert darauf, dass sich die Gäste wie zuhause fühlen. Dazu gehört auch, dass wir ihnen ein authentisches Urlaubsgefühl vermitteln – zum Beispiel durch hausgemachte Produkte und Erzeugnisse aus der Region.

Welche Rolle spielt die Architektur in Ihrem Betrieb und in der Südtiroler Hotellerie allgemein?

Wir haben sehr großen Wert darauf gelegt. Natürliche Materialien, vor allem Holz, und Formen, die sich gut in die Umgebung einfügen, waren uns besonders wichtig.  Dabei waren die Eindrücke, die ich im Laufe meiner Skifahrerkarriere bei Hotelaufenthalten sammeln konnte, sicherlich hilfreich. Insgesamt finde ich, dass Südtirols Hotellerie architektonisch sehr viel zu bieten hat im internationalen Vergleich. Man sieht, dass immer wieder investiert und erneuert wird.

Ich schreibe seit ich denken kann: Artikel, Gedichte (was mir besonders Spaß macht), Romane (die ich bereits zweimal umgeschrieben habe), Briefe (meine Ex-Freunde freuen sich immer noch). Besondere Schwächen? Die Weisheit der Bücher und die Kraft der Pferde, der Geruch von Kaffee am Morgen und der Blick auf die Berge bei Sonnenuntergang.

Urlaubsplaner