Törggelen „back to the roots“

Törggelen „back to the roots“

Zurück zum Ursprung, zurück zum Genuss und zur Tradition

Was vereint guten Wein, köstliches Essen und eine großartige Stimmung? Genau! Das Törggelen in Südtirol. Es ist noch ein kleines Weilchen hin, zum bunten Treiben im Herbst, aber Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.

Wenn die Blätter im Herbst die Farben wechseln und die Äpfel an den Bäumen weniger werden, bereitet man sich auf das Törggelen vor. Es ist ein zentrales Ereignis dieser wunderschönen Jahreszeit, hier in Südtirol.

Nachdem die Weinreben abgeerntet wurden, wird nach alter Tradition „getörggelet”. Das bedeutet, dass man sich mit einem guten Glas Wein und haufenweise gutem Essen mit seinen Freunden in einem urigen Weinkeller trifft und die Seele baumeln lässt. Die Tradition des Törggelen ist hunderte von Jahren alt. Früher bedankte sich der Bauer bei seinen Lesehelfern und Mitarbeitern nach der Weinernte mit einem Festmahl, so entstand das Törggelen. Woher der Brauch genau stammt, ist nicht abschließend geklärt. Fest steht aber, dass die Törggele-Kultur besonders im Eisacktal verankert ist. Von Franzensfeste bis Bozen finden sich einige traditionelle Bauerngasthäuser und Törggele-Stuben, wo es sich ausgezeichnet Speisen lässt. Auf der Speisekarte stehen neben den obligatorischen Kastanien auch andere Südtiroler Bauernspezialitäten, wie selbstgemachte Kaminwurzen und Speck. Für die Naschkatzen unter den „Törggelern” bieten sich die leckeren Krapfen als Nachspeise an.

Auch wenn die Geschichte des Brauchs nicht hundertprozentig geklärt ist, so weiß man doch woher der Begriff “Törggelen” stammt. “Törggelen” leitet sich nämlich vom lateinischen Begriff “Torculus” ab.

Der Göttertrank ist zentraler Bestandteil des Törggelen, müsst ihr wissen.

Als Torculus wurde eine Saft- bzw. Weinpresse bezeichnet, mit der der Most aus den Trauben gewonnen wurde. Nach der Pressung wird der Most in einen Tank gegeben, wo er für längere Zeit gären muss. Der ungegorene, junge Traubenmost nennt sich “Sußer” und wird zum Törggelen getrunken. Später entwickelt sich dieser zum “Nuin” weiter, dem vollständig gegorenen Traubenmost.

Teil der Tradition ist es auch, die Natur zu erleben. Aus diesem Grund werden im Herbst haufenweise Wanderungen in die wunderschönen Wälder Südtirols angeboten.

Der ursprüngliche Geist des Törggelens hat sich mancherorts über die Jahre ein wenig, nun sagen wir, verflüchtigt. Aus diesem Grund wurde letztes Jahr eine Initiative ins Leben gerufen, die wieder am Ursprung anknüpfen möchte.

Die Initiative “Törggelen am Ursprung” feiert in diesem Jahr ihren zweiten Geburtstag. Mehrere Betriebe entlang des Eisacktals laden unter dem Qualitätssiegel des „Roten Hahns“ zum Törggelen im traditionellen Sinn ein.

Am 26. September werden die “Keschtnfeuer” entzündet und damit symbolisch die Törggelezeit eingeläutet. Bei gerösteten Kastanien und köstlichen Weinen wird ein gemütliches Beisammensein gefeiert. Außerdem stehen Weinverkostungen und Führungen durch die urigen Gemäuer an. Ein Strauß aus Zweigen markiert die teilnehmenden Betriebe.

Es gibt wenig Orte auf der Welt, die im Herbst noch schöner sind als in den restlichen Jahreszeiten. Südtirol gehört definitv dazu. Nicht nur die Natur zeigt im Herbst ihre Vielfahlt, auch die Kulinarik bietet eine unglaubliche Fülle an köstlichen Speisen an, die Sie so wahrscheinlich nirgendwo auf der Welt finden.

Thomas liebt es interessante Menschen zu porträtieren, Südtirols unbekannte Geschichten zu erzählen und Omas Apfelstrudel zu verspachteln, nachdem er wieder einmal eine längere Zeit für sein Studium in Wien war.

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