Wenn der Biathlon ruft

Wenn der Biathlon ruft

Im Gespräch mit dem Südtiroler Biathleten Dominik Windisch

Einmal im Jahr verwandelt sich das kleine, idyllische Antholzertal in Südtirol zu einem besonderen jubelnden Treffpunkt für Biathlonfans. Der Biathlon Weltcup ist mittlerweile ein wichtiger Bestandteil des Tals geworden, bei dem tausende von Fans in einer unvergesslichen Atmosphäre mitfiebern, jubeln und feiern.

Auch für Dominik Windisch ist es undenkbar, den Weltcup zu verpassen, und zwar nicht von der Tribüne aus, sondern direkt auf der Loipe. Dank des harten Trainings konnte der Antholzer Biathlet bei den vergangenen Olympischen Winterspielen in Pyeongchang auch eine Bronze Medaille mit nach Hause nehmen.

Als Sponsor für Dominik Windisch, hatten wir von „Booking Südtirol“ die Möglichkeit, den Südtiroler Top-Sportler näher kennenzulernen und ihn für euch zu interviewen:

 

Hallo Dominik… Was wir bereits über dich wissen: Du heißt Dominik Windisch, bist 29 Jahre alt und bist ein Südtiroler Biathlet 🙂 Erzähl uns etwas, was wir noch nicht wissen, zum Beispiel wie du zum Biathlonsport gekommen bist.

Ok! Ich komme aus dem Antholzertal, das schon zu meiner Kindheit das Biathlonzentrum Italiens war. Schon als Kind habe ich die Rennen verfolgt und durch meinen älteren Bruder Markus – mein absolutes Sportidol! – habe ich sehr bald die Liebe zu diesem Lauf- und Schießsport entfacht.

Interessant… Warst du schon seit Anfang an so erfolgreich wie heute?
Naja, nicht so ganz… Es gab in den Anfangsjahren meiner Karriere zwei Jahre, wo ich immer letzter oder vorletzter wurde. Das hat zwar nicht meine Liebe zum Biathlon vermindert, es war aber nicht leicht, immer die anderen verfolgen zu müssen. Ich hinkte immer hinterher. Doch ich habe mich dann durchgekämpft und nicht aufgegeben, wo andere vielleicht schon längst das Handtuch geschmissen hätten. Es gab dann zum Glück auch viele einzelne schöne Momente, Teilerfolge, wo ich merklich feststellen konnte, dass sich mein Leistungsvermögen gesteigert hatte und dass das Dranbleiben die erhofften Resultate brachte.

Was war einer der schönsten Momente deiner bisherigen Biathlon-Karriere?
Die Einzelmedaille bei Olympia in Pyeongchang war natürlich von den Ergebnissen her der schönste Moment, auch weil man sich darüber bewusst wird, wie einzigartig ein Podium im wichtigsten „Turnier“ einer Sportlerkarriere ist. Man hat das Gefühl, man wäre irgendwie Teil der Menschheitsgeschichte.

Dominik Windisch im Gespräch

Klingt sehr spannend! Was macht dir denn an deinem Job am meisten Spaß?
Eindeutig die Abwechslung durch den Mix von Langlauf und Schießen. Außerdem sind die Rennen für die Zuschauer aber auch für die Athleten selbst bis zuletzt spannend und das Rennen ist eigentlich nie richtig verloren.

Der Biathlon Weltcup in Antholz ist nicht nur für dein Heimattal der Höhepunkt des Jahres. Was können sich Besucher erwarten?
Das gebotene Gesamtpaket ist einfach magisch. Das Wetter ist meist traumhaft, die Bergkulisse immer gigantisch, das Stadium platzt aus allen Nähten und die Stimmung ist mega, während und nach dem Rennen. Außerdem sind Biathlonfans sehr faire Fans und applaudieren für die Leistung aller und nicht nur ihrer eigenen Favoriten. Die Rivalität zwischen den Nationen ist extrem sportlich und alle Nationen feiern aus Freude am Sport selbst. Biathlon vereint wie kaum ein anderer Sport und diese Harmonie ist in Antholz besonders stark spürbar. Antholz ist für Biathlonfans eine hautnahe Bühne zu den Athleten.

Was ist für dich das Besondere am Biathlon Weltcup „zu Hause“?
Man ist beim Einwärmen, vor dem Start, in der Wachskabine sowie nach dem Rennen überall von Menschen umgeben, die man selbst kennt. Sie wollen dich alle unterstützen und mit dir ins Gespräch kommen. Die ersten Jahre war das sehr gewöhnungsbedürftig. Auf einmal mit so viel Zuneigung konfrontiert zu werden war nicht leicht. Jetzt genieße ich es und ich wünsche mir den Trubel von Antholz auch anderswo. Unheimlich motivierend!

Würdest du uns einige Insidertipps für Besucher verraten? Wo hat man die beste Sicht?
Für diejenigen, die das erste Mal dabei sind, ist das Stadium der beste Ort, um die Stimmung am intensivsten zu inhalieren und auch das Rennen bestens zu verfolgen. Allerdings ist auch die Rennstrecke außerhalb extrem interessant: dort sieht und hört man die Athleten atmen, schwitzen, fighten… Für Autogramme empfehle ich irgendwo am Wald zu warten bis die Athleten auslaufen. Also die Menschenmassen meiden, denn auch die Athleten meiden diese an den Renntagen 🙂

„Aufgeber gewinnen nie, Gewinner geben nie auf.“: Wie wurde das dein Lebensmotto?
Das war ganz lustig. Im Biathlonverein in Antholz spielten wir mal „Engele-Bengele“ und mich hatte ein kleines Mädchen gezogen, die mir einen Lebkuchen-Biathlet gab und auf dessen Verpackung das Motto „Aufgeber gewinnen nie, Gewinner geben nie auf!“ geschrieben hatte. Dieser Spruch hat mich seither nicht mehr losgelassen und er wurde zu meinem Motto. Zufällig oder vielleicht genau deshalb habe ich gerade in jenem Jahr die ersten wichtigen Erfolge erzielt.

Dominik Windisch im Gespräch

…oh, das klingt wirklich nach einem Glücksmotto! A propo Glück: Sagen wir, du hast 3 Wünsche frei. Welche wären es?
Wunsch Nr. 1 wird ein taktischer Wunsch: unendlich viele weitere Wünsche, dann werden die anderen beiden Wünsche überflüssig. Allerdings ist wohl die Gesundheit das wichtigste, sowohl für mich als Privatperson als auch für mich als Sportler. Der Biathlonsport verträgt nicht mal die kleinste Verkühlung und den kleinsten Infekt. In vielen anderen Sportarten haben kleinere Erkrankungen oft keine direkte Auswirkungen auf das Rennresultat, im Biathlon ist das leider anders. Also würde ich mir für immer wünschen Gesundheit, Gesundheit und Gesundheit.

Wie schaut dein Training momentan aus? Trainierst du hauptsächlich in Südtirol?
Meist bin ich 10 Tage zu Hause, 10 Tage dann wieder im Ausland irgendwo im Alpenraum in Italien, Deutschland oder Österreich. Manchmal auch in Norwegen. So läuft es das ganze Jahr über ab. Wenn ich zu Hause bin trainiere ich im Antholzertal. Im Sommer trainieren wir viel auf Skiroller, was dem Langlaufsport sehr nahekommt. Aber auch Laufen, Radfahren, Krafttraining und Bergwandern stehen an der Tagesordnung. Wichtig ist die Abwechslung!

…und wenn du mal nicht trainierst, was unternimmst du dann in Südtirol am liebsten?
Wenn meine Freundin Julia im Lande ist, gehen wir zusammen Wandern und erkunden unsere Heimat, in der man jedes Mal neue Plätze entdecken kann. Kulturell, geschichtlich oder eben landschaftlich. Dabei versuchen wir, in allen Himmelsrichtungen Futter für die Seele zu finden. Hier in Südtirol lässt es sich leicht „Explorer“ sein. Wenn ich alleine bin, bewege ich mich mehr im Umfeld meines Antholzertales und treffe mich mit Freunden.

Dominik Windisch im Gespräch

Was erhoffst du dir für die kommende Saison?
Mehr Konstanz beim Schießstand. Wenn das gelingt, kommen die Ergebnisse von alleine.

Und für 2020?
Die WM in Antholz wird das Highlight des Jahres 2020. Für mich wie eine Mini-Olympiade und wohl einer der wichtigsten Momente meiner Karriere. Bis dahin hoffe ich, topfit zu sein und mit guten Karten ins Rennen zu gehen.

Das hoffen wir natürlich auch und wünschen dir eine erfolgreiche und aufregende Biathlon-Saison!

Ob Natur, Wanderungen, Tradition, Veranstaltungen oder Kulinarik – Für uns hat Südtirol keine Geheimnisse und wir freuen uns, euch nützliche Experten- und Geheimtipps zu geben sowie die schönsten Seiten unserer Region zu präsentieren. Reist mit uns durch Südtirol und lernt Land & Leute kennen!

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