„Zigori“ auf dem Teller

„Zigori“ auf dem Teller

Würzig-wilde Löwenzahnwochen auf dem Deutschnonsberg

Im Frühling sind die Wiesen übersät mit den gelben, bepuderten Blütenköpfen, die aus den dunkelgrün gezahnten Blättern sprießen. Sie färben die bräunlichen Wiesen saftig Grün. Und ist er abgeblüht, fliegen hunderte kleine Schirmchen mit dem Wind. Aus dem Löwenzahn, oder „Zigori“ auf Südtirolerisch, wird die Pusteblume.

Aber ihn zu essen? Daran denkt kaum jemand. Dabei ist der Löwenzahn ein heimisches Wildkraut und schon seit 400 Jahren beliebt auf dem Teller. Ob gedünstet, roh als Salat oder in der Suppe. Der Löwenzahn schmeckt.

Nicht nur die Blätter, sondern auch die Wurzeln und Blüten machen sich gut in der Küche. Sie sind reich an Bitterstoffen, Kalium, Eisen und Vitaminen. 100 Gramm Löwenzahn enthalten rund 68 mg Vitamin C – zwei Drittel unseres Tagesbedarfs. Und 40 Mal so viel Vitamin A wie Kopfsalat. Zudem aktiviert die würzig-herbe, wilde Wunderpflanze den Stoffwechsel und entschlackt den Körper.

Vom 16. April bis zum 1. Mai kommt der Zigori dieses Jahr in außergewöhnlichen Kreationen am Deutschnonsberg auf den Teller. An der Grenze zwischen Südtirol und dem Trentino finden nämlich bereits zum 21. Mal die berühmten und beliebten Löwenzahnwochen statt – eine der ältesten, kulinarischen Initiativen Südtirols.

Die teilnehmenden Gastbetriebe in den vier Gemeinden Proveis, Laurein, St. Felix und Unsere-Liebe-Frau-im-Walde zaubern Löwenzahnkräutersuppe, Löwenzahnsalat, Löwenzahnschlutzkrapfen und zum Dessert sogar Halbgefrorenes aus dem unterschätzten Grün. Das lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Na, Lust auf Löwenzahn bekommen?

+ Gasthof Restaurant Zum Hirschen, Unsere lb. Frau im Walde
+ Gasthof Zur Sonne, Unsere lb. Frau im Walde
+ Pension Restaurant Pfitscher, Unsere lb. Frau im Walde
+ Gasthof Gampenpass, Unsere lb. Frau im Walde
+ Pension Restaurant Greti, St. Felix
+ Gasthof Neue Post, Proveis
+ Gasthaus Waldrast, Proveis

Wer die zartbittere Pflanze selbst pflücken und zubereiten möchte, sollte junge, zarte Triebe verwenden, bevor der Löwenzahn blüht. Wie Spinat zubereitet, bringt er Abwechslung auf den Teller, als Salat schmeckt er besonders mit einem Dressing aus Walnussöl und Rotweinessig. Tipp: Durch einen Schuss Sahne schmeckt er nicht so bitter.

Petra liest und schreibt im Ultental. Sie will noch viel reisen, aber immer wieder zurückkehren. Denn obwohl die Leute hier manchmal etwas engstirnig sind, kann sie sich keinen schöneren Ort zum Leben vorstellen.

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